Husten bei Pollenallergie?

Unbeschwert die Natur erleben ist für viele Menschen saisonal begrenzt: Allergische Reaktionen durch Pollenflug können eine Reihe von Beschwerden auslösen, die den Aufenthalt im Freien gründlich vermiesen. Die Nase läuft oder ist verstopft, tränende Augen und sogar Atembeschwerden können zum Repertoire gehören. Aber gehört auch Husten zu den Symptomen einer Pollenallergie?
Woher kommen die Pollen, die eine Allergie auslösen?
Meist ist im Volksmund von Heuschnupfen die Rede, aber genau genommen handelt es sich dabei um ein Symptom der Pollenallergie. Ausgelöst wird sie eben durch Pollen – also Blütenstaub – von windbestäubten Pflanzen, z.B. Gräser, Pappeln oder Birken. Im Gegensatz zu Pflanzen, die auf Insekten wie Bienen zur Bestäubung angewiesen sind, verteilen diese ihre Pollen mithilfe des Windes. Um ihre Chancen auf erfolgreiche Bestäubung zu erhöhen, produzieren sie besonders große Mengen davon – sehr zum Leidwesen von Allergikerinnen und Allergikern. Bei starkem Wind werden die feinen Pollenkörner über weite Strecken von mehreren hundert Kilometern transportiert.
Wie kommt es zu einer Pollenallergie?
Ursache ist die Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Allergene – in diesem Fall auf Pollen. Wie stark und in welcher Form der Körper reagiert, kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Beschwerden entstehen meist dann, wenn Allergene beim Einatmen durch Mund und Nase auf die Schleimhäute treffen und dort eine Abwehrreaktion auslösen.
Nun setzt der Körper unter anderem Histamin sowie weitere entzündungsfördernde Botenstoffe frei, um die vermeintlichen Eindringlinge zu bekämpfen. In der Folge produzieren die Drüsen verstärkt Sekret, die Nervenenden in den betroffenen Schleimhäuten werden empfindlicher, was Juck- und Niesreiz verursacht, gleichzeitig können die Schleimhäute anschwellen.
Was sind die Symptome einer Pollenallergie?
Typischerweise macht sich eine Pollenallergie mit diesen Symptomen bemerkbar:
- Juckreiz, Kribbeln oder unangenehmes Kratzen im Hals- und Gaumenbereich
- Schluckbeschwerden
- Niesanfälle und Hustenreiz
- Wässriger Schnupfen, verstopfte Nase
- Tränende, juckende Augen und geschwollene Augenlider
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Kopfschmerzen
Husten, Schnupfen und Niesen: Pollenallergie oder Erkältung?
Zwar ähneln viele dieser Symptome denen einer Erkältung, aber es gibt auch deutliche Unterschiede:
- Die Beschwerden einer Pollenallergie verringern sich in geschlossenen Räumen sowie bei Regen. Trockener Wind begünstigt den Pollenflug und die Symptome verschlechtern sich.
- Bei Heuschnupfen ist das Nasensekret in der Regel klar und flüssig, bei einer Erkältung eher gelblich und zäh.
- Niesanfälle kommen bei Allergien meist plötzlich, heftig und stoßartig.
- Begleiterscheinungen wie Fieber oder Gliederschmerzen treten bei einer Pollenallergie kaum auf.
Wie kommt es zu Husten bei Pollenallergie?
Auch was Husten betrifft, gibt es in der Regel einen klaren Unterschied zu Erkältungshusten: Husten bei einer Pollenallergie ist meist trocken und unproduktiv. Eine Dauer von über drei Wochen in Verbindung mit anderen typischen Pollenallergie-Symptomen ist ein weiterer Hinweis, dass es sich um einen allergischen Husten handeln könnte. Wer damit länger zu tun hat, ist gut beraten, einen Arzt aufzusuchen, denn die Verbindung dieser Symptome kann auf Bronchitis und Asthma hindeuten.
Im Prinzip hat der Husten bei einer Pollenallergie aber eine sinnvolle Funktion – wie bei den meisten Hustenarten: Er reinigt die Atemwege von Fremdkörpern, in diesem Fall eben von Pollen, die Allergien auslösen. Was Betroffene seit ein paar Jahren den Umgang mit der Allergie zusätzlich schwerer macht: Auch in unseren Breitengraden fliegen Pollen auf Grund des wärmeren Klimas in immer längeren Zeiträumen, bei etlichen Pflanzen beginnt die Pollensaison deutlich früher.
Was du bei einer Pollenallergie mit Husten tun kannst
Diese Tipps können dich dabei unterstützen die allgemeinen Symptome einer Pollenallergie zu vermindern:
- Lokal wirksame Antihistaminika, zum Beispiel in Nasensprays oder Augentropfen.
- Nasenatmung: Unsere Nase ist im Prinzip ein natürlicher Filter, der einen Teil der Pollen abfangen kann.
- Nasendusche: Nasenspülungen können helfen, die Atemwegen von Pollen zu reinigen.
- Abschwellende Nasensprays bei verstopfter Nase. Allerdings wegen eines möglichen Gewöhnungseffekts nicht länger als eine Woche anwenden.
- Pollenflugzeiten und Aktivitäten: Auf dem Land am frühen Morgen und in der Stadt am späten Abend meiden – der Pollenflug ist zu diesen Tageszeiten jeweils am stärksten.
- Pollenflugzeiten und richtiges lüften: Für geringe Pollenbelastung in der Wohnung, auf dem Land besser in den späten Abendstunden Lüften, in der Stadt am frühen Morgen.
- Sonnenbrille: Eine Sonnenbrille schützt die Augen nicht nur vor Licht, sondern auch vor Pollen.
- (Passiv-)Rauchen meiden: Rauch reizt die Atemwege zusätzlich, die Schleimhäute reagieren so noch empfindlicher auf Allergene.
- Autofenster geschlossen halten: Um die Pollenbelastung im Fahrzeuginneren zu mindern.
- Feuchtigkeit für die Schleimhäute: Gut bei trockenen und empfindlichen Schleimhäuten – neben ausreichend trinken helfen auch Lutschpastillen.